Lichtmangel im Winter: Wie kann man dessen Auswirkungen auf die Stimmung vermeiden?

In Stockholm (Schweden) war der Dezember 2025 der sonnenärmste seit 1934! In 15 Tagen gab es keine einzige Stunde Sonnenschein. In der Schweiz, in Neuenburg, war das Bild ähnlich: etwa zehn Sonnenstunden im Dezember und ein Rekordnebel seit 100 Jahren. Warum und wie wirkt sich dieser Mangel an Licht auf die Stimmung aus? Erläuterungen in der bekannten Fernsehsendung Forum von RTS und ihren Gästen Prof. Philippe Conus, Leiter der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie des CHUV, und Dr. Karim Boubaker, Direktor von Unisanté.

311 Aufrufe

Sehen Sie die Folge vom 17.12.2025 noch einmal an (auf Französisch)

Interview von Pr Philippe Conus, 17.12.2025, auf Französisch :

Rekordverdächtiger Sonnenmangel in Europa

Die Ankunft des Winters geht oft mit einer drastischen Abnahme des natürlichen Lichts einher, ein Phänomen, das in den nordischen Regionen besonders ausgeprägt ist. Das Beispiel Stockholm, das im Dezember 2025 keinen einzigen Sonnenstunden verzeichnete, verdeutlicht perfekt die Auswirkungen dieser Tristesse auf den Alltag. Die kürzeren Tage, mit einer spät aufgehenden und früh untergehenden Sonne, führen zu allgemeiner Müdigkeit, erhöhter Schläfrigkeit und einem Energieabfall, der bis zu 20 % der Schweden betrifft, die Symptome einer saisonalen Depression verspüren. 

Unsere Produkte zu diesem Tipp

Weniger Licht, weniger Serotoninproduktion

Prof. Philippe Conus, Leiter der allgemeinen Psychiatrie am CHUV, erklärt die biologischen Mechanismen, die diesen Störungen zugrunde liegen. Der Mangel an Licht stört das hormonelle Gleichgewicht, das für unser Wohlbefinden unerlässlich ist. Bei unzureichendem Licht treten zwei Haupteffekte auf: Die Produktion von Melatonin, dem Schlafhormon, wird nicht richtig reguliert und bleibt auch tagsüber hoch. Gleichzeitig steigt Serotonin, ein Neurotransmitter, der mit Wachheit und guter Laune verbunden ist, nicht ausreichend an, was ein Ungleichgewicht schafft, das Stimmung, Energie und Schlaf beeinträchtigt.

Lichttherapie: die wirksamste Therapie gegen Lichtmangel

Angesichts dieser saisonalen Herausforderung erweist sich die Lichttherapie als die wirksamste und am besten etablierte Lösung. Wie Prof. Conus betont: "Das am besten Etablierte ist wirklich die Lichttherapie." Diese Technik besteht darin, sich einer Lampe auszusetzen, die ein künstliches, hochintensives weißes Licht aussendet, das die Vorteile der Sonne (aber ohne UV-Strahlen) reproduziert. Sie ermöglicht es, die natürlichen Mechanismen der Hormonregulation zu reaktivieren, indem sie Melatonin hemmt und Serotonin stimuliert. Ihre Wirkung erfolgt über die Netzhaut und nicht über die Haut, um die biologische Uhr zu regulieren. Die Ergebnisse sind überzeugend, wobei etwa zwei Drittel der Anwender deutlich auf die Lichttherapie ansprechen und eine signifikante Verbesserung ihrer Stimmung und ihres Energieniveaus feststellen.

Diese Produkte könnten Sie auch interessieren...

Ein gesunder Lebensstil für bessere Stimmung und besseren Schlaf

Lichttherapiesitzungen gleichen die geringe Beleuchtung herkömmlicher Lampen in unseren Innenräumen (etwa 400 Lux in einem Wohnzimmer nachts) aus, indem sie eine viel intensivere Lichtexposition bieten, die den 10.000 Lux eines sonnigen Tages nahekommt. Ergänzend zu diesem Ansatz wird auch empfohlen, jeden Sonnenstrahl im Freien zu nutzen und regelmäßige körperliche Aktivität sowie eine ausgewogene Ernährung beizubehalten, um ausreichend Vitamin D zu erhalten – einfache Maßnahmen, die dazu beitragen, die Stimmung zu heben und das Wohlbefinden während der Wintersaison zu erhalten. Dr. Karim Boubaker, Direktor von UniSanté, weist auch auf gesundheitliche Ungleichheiten angesichts dieser Herausforderungen hin. Wenn die Möglichkeit, in die Berge oder in den Urlaub zu fahren, um die Sonne zu genießen, nicht jedem zugänglich ist, gibt es einfache und universelle Präventionsmaßnahmen. Er betont die Bedeutung, nach draußen zu gehen, frische Luft zu schnappen und sich der Außenwelt auszusetzen, selbst bei Nebel, da dies immer besser ist, als drinnen zu bleiben. Darüber hinaus kann ein einfacher Spaziergang vor dem Schlafengehen einen besseren Schlaf fördern, wesentliche Praktiken, deren Förderung die Aufgabe von Gesundheitsfachkräften ist.

Wie wendet man Lichttherapie im Winter an?

Als Experte für Lichttherapie seit über zwanzig Jahren erklärt Ihnen Medi-Lum, wie Sie Ihre Lichttherapiesitzung optimieren können, damit ihre Anwendung die besten Ergebnisse für Stimmung und Schlaf erzielt: Um den Lichtmangel auszugleichen, liegt die Herausforderung beim Aufwachen. Wenn es draußen noch dunkel ist, wir aber aufstehen müssen, besteht die Gefahr, dass unsere Uhr aus dem Takt gerät. Der Lichtmangel stoppt das nächtliche Melatonin nicht, das sich tagsüber ausbreitet und Serotonin stört. Die Frage nach den Zeiten der Lichttherapiesitzungen ist daher entscheidend: Die Verwendung einer Lampe sollte morgens beim Aufwachen oder innerhalb der folgenden zwei Stunden erfolgen. Die Qualität des Lichts ist ebenfalls wichtig: Der Begriff "Lichttherapie" wird verwendet, um verschiedene Lichttechniken zu bezeichnen, deren Wirkungen je nach der von der Lampe emittierten Farbe völlig unterschiedlich sein können. Die Behandlung von zirkadianen Problemen im Zusammenhang mit Lichtmangel, wie saisonaler Depression oder bestimmten Schlafstörungen, erfordert ein helles weißes Licht ohne UV- oder Infrarotstrahlung, um die Augen risikofrei exponieren zu können. Geräte, die rotes oder infrarotes Licht aussenden, sind für Zwecke der Zellregeneration bestimmt, und ihre Wirkung erfolgt über die Haut, um im Inneren des Körpers zu wirken.

Was this tip helpful to you ?

Zögern Sie nicht, es in sozialen Netzwerken zu teilen