Die saisonal Depression verstehen

Von der medizinischen und gesundheitlichen Gemeinschaft weithin anerkannt, ist die saisonale Depression eine Stimmungsstörung, die jedes Jahr zur gleichen Zeit auftritt, normalerweise wenn die Tage mit der Ankunft des Herbstes kürzer werden. Die Lichttherapie ist bisher die effektivste Behandlung zur Linderung von depressiven Symptomen in den Wintermonaten.

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Ein wiederkehrendes Problem

Die saisonale Depression ist eine Stimmungsstörung, deren Hauptmerkmal ihre jährliche Wiederkehr ist. Der Stimmungsabfall tritt jedes Jahr auf, meist mit der Verkürzung der Tage, wenn der Herbst eintrifft. Der Beginn der Symptome kann individuell unterschiedlich sein und liegt zwischen September und Januar, die Stimmung steigt jedoch bei fast allen Betroffenen um März-April an.

Die Abkürzung SAD (Seasonal Affective Disorder) wird häufig als Bezeichnung für die saisonal abhängige Depression oder der saisonale affektive Störung verwendet.

Betroffene Personen

Zwischen 3 und 7% der Bevölkerung leiden an einer saisonalen Depression. In der Öffentlichkeit besser bekannt ist der Winterdepression, eine milde Form der saisonalen Depression, an der bis zu 30 % der Bevölkerung leiden sollen.

Eng verbunden mit der zeitlichen Organisation der biologischen Rhythmen sind Frauen zwei- bis viermal häufiger von saisonalen Depressionen betroffen als Männer. 

Auch Kinder können eine saisonale Stimmungsstörung entwickeln. Da sie aber oft noch nicht über das Wissen verfügen, diese emotionale Veränderung mit der Jahreszeit in Verbindung zu bringen, wird ihre saisonale Depression oft mit Stress und Schulmüdigkeit verwechselt, wenn sie im Herbst in die Schule zurückkehren.

Häufige Symptome

  • Müdigkeit am Morgen und während des Tages
  • Erhöhter Appetit, gesteigertes Verlangen nach reichen und süßen Nahrungsmitteln.
  • Verlust des Interesses an sozialen und beruflichen Aktivitäten
  • Verminderte Stimmung, gedrückte Stimmung oder Depression
  • Schlafstörungen (Hypersomnie und/oder Insomnie)
  • Reizbarkeit und Angstzustände
  • Verminderte Libido
  • Verlust von Energie und Motivation

Die Häufigkeit und der Schweregrad dieser Symptome können bei einem Individuum von Jahr zu Jahr variieren, aber klinisch gesehen sollte die saisonale Episode zwei bis drei Jahre hintereinander auftreten.

Lichttherapie: Die Behandlung der Wahl

Um den Lichtmangel am Morgen zu kompensieren und die Uhr des Körpers wieder mit dem Beginn des Tages zu synchronisieren, entwickelte sich die Lichttherapie schnell zur Behandlung der saisonal abhängigen Depression. Anerkannt vom Schweizer Gesundheitssystem kann der Kauf oder die Miete einer Lichttherapielampe teilweise von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, sofern die Diagnose einer saisonalen affektiven Störung gestellt wird und das gewählte Gerät "10.000 Lux in einem Abstand von mindestens 30 cm zur Lampe" abstrahlt.

Ein Spaziergang draußen, sobald das Tageslicht angebrochen ist, kann eine gute Möglichkeit sein, depressive Symptome im Winter zu reduzieren. Es hat sich jedoch gezeigt, dass eine Lichttherapie, die beim Aufwachen durchgeführt wird, eine bessere antidepressive Wirkung hat. Für die meisten Menschen ist die beste Zeit für eine Lichttherapie zwischen 6 und 9 Uhr morgens.

Ursachen der saisonal abhängigen Depression

Wie die meisten Stimmungsstörungen ist auch die Saisonale Depression eine multifaktorielle Störung: Gene, Vererbung, Persönlichkeit oder Lebensstil beeinflussen ihre Entstehung. Der Helligkeitswechsel ist jedoch ein spezifischer Auslöser für diese Winterstörung. Die Verkürzung der Photoperiode ab Herbst stört die biologische Uhr, die den Tagesanbruch nicht mehr genau unterscheidet und somit keine gute hormonelle Regulation mehr gewährleisten kann. Melatonin, das nächtliche Hormon, das vom Gehirn während unseres Schlafes ausgeschüttet wird, breitet sich am Morgen aus und hemmt die Produktion von Serotonin, unserem Stimmungshormon.

Einige Quellenangaben

  • Lam, R.W., and Levitan, R.D. (2000). Pathophysiology of seasonal affective disorder: a review. J Psychiatry Neuroscience, 25(5), 469-480.
  • Lavoie, M-P., and Hébert, M. (2007). Faire la lumière sur le trouble affectif saisonnier. Canadian Psychology, 48(3), 187-199.
  • Terman, M. (2007). Evolving application of light therapy. Sleep Medicine Reviews, 11, 497-507.
  • Terman, M., and Terman, J.S. (2005). Light Therapy for Seasonal and nonseasonal depression: Efficacy, protocol, safety and side effects. CNS Spectrums, 10(8), 647-663.

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